RAG

18.03.2026 | Zeche Pluto Herne
Björn Johansson auf Zeche Pluto Leitzentrale RAG
Björn Johansson auf Zeche Pluto Leitzentrale der RAG
Im Gespräch mit der RAG

Wenn Björn Johansson und sein Team sich in das Auskunftssystem der RAG einloggen, sind sie Teil einer großen Aufgabe: der Ewigkeitsaufgabe. Was viele nicht wissen: Als Folge des Bergbaus hat sich die Topografie der jeweiligen Regionen verändert. Ehemalige Schächte wurden damals durch Pumpen vom eindringenden Grubenwasser befreit. Auch heute laufen diese Pumpen noch. Nur so ist es möglich, die ehemaligen Bergwerksregionen dauerhaft trocken und das Grundwasser frei von Verunreinigungen durch salziges Grubenwasser zu halten. Die RAG übernimmt mit ihren Ewigkeitsaufgaben unter anderem Verantwortung für Grubenwasserhaltung, Poldermaßnahmen, Grundwassermanagement und weitere Aufgaben zur nachhaltigen Gestaltung des Strukturwandels des Steinkohlenbergbaus.

„Es fragen mittlerweile Firmen über das Portal an, von denen wir vorher gar nicht wussten, dass es die überhaupt gibt.“

Nicht nur diese Flächen sind im Blick zu behalten. Aus dem jahrzehntelangen Bergbau ist ein weit verzweigtes Netz aus Kabeln, Leitungen, Tagesöffnungen und technischen Anlagen hervorgegangen, das bis heute in den Regionen Ruhr, Saar und Ibbenbüren wirksam ist. Allein die ungefähre Gesamtlänge der von RAG zu berücksichtigenden Leitungen liegt bei mehr als 5.700 Kilometern. Hinzu kommen große Bearbeitungsräume mit mehr als 336.998 Hektar in NRW sowie mehr als 60.458 Hektar im Saarland und rund 7.000 Tagesöffnungen. In einem solchen Umfeld ist eine zuverlässige und möglichst effiziente Leitungsauskunft kein Randthema, sondern Teil einer sicherheitskritischen Gesamtverantwortung.

Steigendes Anfragevolumen bei hoher Komplexität

Die Leitungsauskunft bei RAG findet in einem Umfeld statt, das in den vergangenen Jahren deutlich dynamischer geworden ist. Insbesondere der Glasfaserausbau hat das Anfrageaufkommen erhöht. Das Team aus der Dokumentationsabteilung erhält täglich zwischen 20 und 30 Anfragen, die es zu prüfen gilt. Auffällig ist, dass Anfragen zunehmend auch von Unternehmen kommen, die zuvor gar nicht auf dem Radar der Betreiber waren.

Genau darin liegt ein wichtiger Mehrwert des BIL-Portals: Der Prüfmechanismus des BIL-Systems erkennt und meldet auf der Basis geografischer Daten eine Überschneidung zwischen den Anfrageflächen und der Sicherheitszone des Betreibers. Die Reichweite und Sichtbarkeit des Betreibers gegenüber neuen, bislang unbekannten Anfragenden wird dadurch sichtbar erhöht. Ein Sicherheitsgewinn für beide Seiten.

Anfragenverlauf stacked

Für RAG bedeutet das konkret: Ein ehemals stark händisch geprägter Prozess wird digital anschlussfähig und skalierbar. Bei einer Zuständigkeitsfläche mit mehr als 5.700 Kilometern Leitungen, großen Bearbeitungsflächen und jahrzehntelang gewachsenen technischen Netzen ist das ein relevanter Fortschritt.

Für Björn Johansson und sein Team bedeutet das für die Zukunft, dass sie ihren Workflow durch weitere Automatisierungsprozesse optimieren werden. Und sie schaffen sich die Möglichkeit, auf die Anforderungen durch die wachsenden Projekte im Rahmen der Energiewende und Digitalisierung nicht nur zu reagieren, sondern aktiv mitagieren zu können. Eine echte Zukunftsaufgabe. Glück Auf!

„Einblicke vor Ort und der direkte Austausch mit unseren Betreibern helfen uns, das BIL-System kontinuierlich zu verbessern und passgenau an die Praxis anzupassen.“