AY-KOM Rohrleitungsbau GmbH

Spurensucher: Wie AY-KOM sich durch die Infrastruktur der Städte arbeitet

16.07.2026
AY-KOM Rohrleitungsbau Logo

Im Gespräch mit der AY-KOM Rohrleitungsbau GmbH

Ist Ihnen schon einmal das Patchwork unterschiedlicher Asphaltbeläge auf einem Gehweg aufgefallen? Die schmalen Streifen, helleren Flächen, dunkleren Flicken, Schnitte und Reparaturstellen? Vermutlich. Aber was sich dahinter verbirgt, welche Hinweise auf Infrastruktur dort zu finden sind, erschließt sich nur wenigen. Für Nurullah Aslan und das Team von AY KOM sind sie Hinweise. Klare Zeichen für das, was darunterliegen könnte.

Denn unter Gehwegen und Straßen verläuft eine zweite Stadt: Gasleitungen, Stromkabel, Telekommunikation, Wasser, Abwasser, alte Trassen, neue Glasfaserverbände, private Anschlüsse, stillgelegte Leitungen, vergessene Rohre. Nicht alles ist sichtbar, nicht alles ist dokumentiert, nicht alles liegt dort, wo es liegen sollte.

Nurullah Aslan ist deshalb nicht nur Tiefbauer. Er ist Spurensucher – manchmal fast Infrastruktur-Forensiker. Auf der Grundlage von Plänen, Leitungsauskünften, Sichtkontrolle, Handschachtung und Erfahrung bahnt er sich mit seinem Team den Weg durch die Leitungsrealität unserer Städte, um neue Glasfaserkabel zu verlegen. Eine Aufgabe, die deutlich einfacher wäre, wenn alle relevanten Informationen zur unterirdischen Infrastruktur vollständig, aktuell und zentral verfügbar wären.

Jeder Spatenstich ist mit Spannung verbunden

AY-KOM aus Ascheberg ist in wenigen Jahren stark gewachsen. Sie wurden vom Institut der Süddeutschen Zeitung zum „Top Business Newcomer“ gewählt. Rund 120 Mitarbeitende arbeiten heute für das Unternehmen, das vor allem im Glasfaser- und Leitungsbau tätig ist. Dabei bewegt sich das Team ständig in einem Spannungsfeld zwischen Ausbaugeschwindigkeit, Qualität, Dokumentationspflicht und Schadensvermeidung.

Bevor gebaut wird, werden Leitungsauskünfte eingeholt. Das BIL-Portal ist dabei ein wichtiger Baustein. Hinzu kommen weitere Auskunftssysteme, Betreiberportale, kommunale Hinweise und eigene Recherche. Doch selbst wenn die formalen Schritte erledigt sind, bleibt die Baustelle ein Ort der Überraschungen.

„Nicht immer ist das, was in den Leitungsauskünften steht, auch tatsächlich so im Erdreich vorfindbar.“ Manchmal liegen Leitungen anders, sie sind unvollständig dokumentiert, tauchen in keiner Auskunft auf — und manchmal liegt eine Leitung nur wenige Zentimeter unter dem Pflaster. „Wir hatten schon Situationen, da lagen Leitungen nach dem Aufnehmen der Steine in zehn Zentimetern Tiefe. Da rechnet keiner mit.“ Was zunächst erstaunlich klingt, ist für Tiefbauunternehmen Teil ihrer Realität.

Zitat auf türkisem Hintergrund: 'Nicht immer ist das, was in den Leitungsauskünften steht, auch tatsächlich so im Erdreich vorfindbar
Zwei Männer stehen nebeneinander in einer Lagerhalle vor großen Kabeltrommeln für Glasfaser- und Leitungsbau, im Hintergrund Regale mit weiterem Material.

Wenn Sicherheit vorgeht, die Zeit aber begrenzt ist

„Man kann keine archäologische Ausgrabung machen“, sagt Devran Tün, Geschäftsführer und leitender Ingenieur im Unternehmen. Bauunternehmen müssen vorsichtig arbeiten, in sensiblen Bereichen per Hand schachten, Pläne prüfen und Hinweise ernst nehmen. Gleichzeitig können sie nicht jeden Zentimeter Boden wie eine Ausgrabungsstätte behandeln. Zeit ist hier Mangelware. Gleichzeitig wird ein hoher Qualitätsanspruch gelebt.

Sicherheit verschaffen hier Leitungsauskunftssysteme. So legt sich das BIL-System wie eine digitale Sicherheitszone um die Infrastruktur. Jeder Bereich der Infrastruktur wird von der Bau- bzw. Planungsanfrage des Portals mit einbezogen.

Hier werden Anfragende und Betreiber zusammengebracht, Zuständigkeiten geprüft und die Grundlagen für einen validen Auskunftsprozess gelegt. Für AY KOM ist BIL vor allem dort relevant, wo Betreiber kritischer Infrastrukturen eingebunden sind.

„Bei Gashochdruck ist die Begleitung am professionellsten“, heißt es im Gespräch. Dort werde nicht nur formal geantwortet. Betreiber meldeten sich aktiv, begleiteten Baumaßnahmen und fragten bei Bedarf nach. Teilweise sogar dann, wenn ihre Leitungen knapp außerhalb des angefragten Bereichs liegen.

Diese Schutzkultur ist ein Vorbild. Sie zeigt, dass Leitungsauskunft nicht bei der Rückmeldung endet, sondern Teil einer gemeinsamen Verantwortung ist.

Gleichzeitig macht die Praxis deutlich: Ein Portal wird umso stärker, je vollständiger die Betreiberlandschaft vertreten ist. Wenn einzelne Sparten oder Unternehmen eigene Insellösungen nutzen oder gar nicht sichtbar sind, müssen Bauunternehmen weitere Wege gehen. Das kostet Zeit, schafft Medienbrüche und erhöht das Risiko, jemanden zu übersehen.

Sicherheitsnetz für neue Infrastrukturbetreiber

Besonders schwierig wird es, wenn Betreiber nicht sichtbar sind oder ihre Daten nicht in übergreifenden Auskunftsprozessen bereitstellen. Das betrifft nicht nur Telekommunikationsnetze, sondern zunehmend auch kleinere oder neue Betreiber im Bereich Windenergie, Solar, Batteriespeicher oder lokaler Versorgungsstrukturen.

Gerade im Hinblick auf die dezentrale und weitverzweigte Struktur der Zuleitungen zu Windkraftparks und die unklarere Lage der Betreiberschaft — insbesondere für Planungsunternehmen, die nicht in der Region verwurzelt sind — ist es sinnvoll, die eigene Infrastruktur in einem bundesweit genutzten Portal zu hinterlegen, um bei Bau- und Planungsanfragen berücksichtigt zu werden. Nicht zuletzt dient dies auch dazu, der gesetzlich verankerten Auskunftspflicht nachzukommen, die durch eine einfache Hinterlegung einer E-Mail-Adresse auf einer Website nicht zweifelsfrei gewährleistet ist.

Zitat auf türkisem Hintergrund: 'Nicht immer ist das, was in den Leitungsauskünften steht, auch tatsächlich so im Erdreich vorfindbar.
Freigelegtes Versorgungskabel mit gelbem Warnband 'Versorgungsleitung' im aufgegrabenen Schotterbett einer Baustelle.

Damit wird fehlende Information zum Haftungsrisiko. Und nicht nur das: Sie kann zu Versorgungsausfällen, Reparaturkosten und erheblichen Folgeschäden führen. Gerade digitale Infrastruktur gewinnt hier an Bedeutung. Eine beschädigte Glasfaserleitung kann Unternehmen, Verwaltungen, Krankenhäuser oder ganze Quartiere treffen.

Die Informationen sind da — sie müssen nur ankommen

Ironischerweise werden viele der benötigten Informationen bereits erzeugt. So dokumentiert AY-KOM die eigene Arbeit umfassend. Leitungen werden eingemessen, Baufortschritte fotografiert, offene Gräben dokumentiert und die Daten zeitnah an die Auftraggeber übergeben.

„Die Informationen sind da“, sagt Kasim Tün, Geschäftsführer bei AY-KOM und als Jurist Ansprechpartner für alle rechtlichen Fragen im Unternehmen. „Aber sie müssen auch dort ankommen, wo sie gebraucht werden.“ Genau hier entsteht die Lücke. Einige Netzbetreiber verarbeiten Daten schnell und stellen sie zeitnah für spätere Auskünfte bereit. Andere arbeiten mit eigenen Portalen, unterschiedlichen Formaten oder langen Bearbeitungszeiten. Manchmal landen Informationen zwar beim Betreiber, werden aber nicht so aufbereitet, dass sie in der nächsten Leitungsauskunft wirklich helfen.

Für den nächsten Bautrupp zählt jedoch nicht, ob irgendwo in einem System ein Foto, ein Protokoll oder eine Skizze liegt. Entscheidend ist, ob daraus eine verlässliche, auffindbare und praxistaugliche Auskunft entsteht.

Gehen wir zum Anfangsbild — dem Patchwork aus unterschiedlichen Asphaltschichten und deren Geschichte — zurück, wird deutlich: Der schnelle Infrastrukturausbau ist ein Wettbewerb in unterschiedlichen Disziplinen. Praxiserfahrung, Professionalität und funktionierende Systeme sind erforderlich, um Informationen zu erfassen, auszutauschen und niederschwellig bereitzustellen.

Gelbe Fazit-Grafik: Das BIL-Portal ist für AY-KOM ein solides Werkzeug für verlässliche Leitungsauskünfte, die Registrierung steht Infrastrukturbetreibern aller Sparten offen.
Im Gespräch mit BIL-Portal Infrastrukturbetreibern:
Nikolaus Frank
Nikolaus Frank
Strategische Kommunikation
Unternehmenskommunikation
Frederik Wienker
Frederik Wienker
Betreiberbetreuung
Geodaten und Datenanalyse