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Zentrale Leitungsrecherche: Gemeinsam für Sicherheit im Tiefbau

BIL eG und ALIZ GmbH & Co. KG vereinbaren enge Zusammenarbeit.

18.06.2019

Ab Juli 2019 vereinbaren die führenden Unternehmen zur Leitungsrecherche für Netzbetreiber (BIL eG) und der Bauwirtschaft (ALIZ GmbH & Co. KG) eine umfassende Zusammenarbeit zur Bereitstellung einer zentralen Onlineplattform für Bauanfragen in Deutschland. Mit Inkrafttreten der Kooperationsvereinbarung können spartenübergreifend alle bekannten Leitungsbetreiber der beiden etablierten Leitungsauskunftsportale mit einer einzigen Bauanfrage erreicht werden.

Durch die Zusammenarbeit beider Dienste wird der Anfrageprozess für den Bauanfragenden signifikant vereinfacht und dadurch die Sicherheit im Tiefbau sowie die Versorgungssicherheit durch die Vermeidung von Leitungsschäden deutlich erhöht. Hiermit erfüllen BIL und ALIZ die Sicherheitsbedürfnisse der Netzbetreiber und tragen ebenso den Forderungen der Bauwirtschaft Rechnung, die bisher dezentral und zeitaufwändig ihre Rechercheergebnisse mittels Einzelanfragen ermittelt hat.

Im Rahmen des gemeinsamen Marktauftritts wird das BIL-Portal ab Juli 2019 als zentraler Anfragepunkt („Single-Point-of-Entry“) die Funktion des standardisierten Anfrageeingangs übernehmen. Der Bauanfragende formuliert sein Bauvorhaben in der gewohnten Nutzeroberfläche des BIL-Portals. Die weiterhin kostenfreie Anfrage erreicht automatisch die bei BIL organisierten Leitungsbetreiber und stellt die Anfrage bei ermittelter Zuständigkeit dem Betreiber zu. Darüber hinaus bietet das BIL-Portal die Option, die Anfrage an den kostenpflichtigen ALIZ-Mehrwertdienst weiterzuleiten, der aus den über 12.000 bekannten Betreibern in derzeit 12 Bundesländern weitere potenziell zuständige Leitungsbetreiber ermittelt. Die Verfügbarkeit des ALIZ-Dienstes in der gesamten Bundesrepublik ist bis Ende 2020 geplant.

Die ermittelten Zuständigkeiten werden dem Anfragenden im „Digitalen Cockpit“ des BIL-Anfrageportals in einer Positiv- und Negativliste übersichtlich dargestellt. Das Cockpit erlaubt dem Anfragenden, die komplette Übersicht aller Leitungsbetreiber und die für die Leitungsauskunft von diesen übermittelten Informationen darüber zu verwalten und rechtssicher zu archivieren. Die technische Umsetzung ermöglicht dem Nutzer eine komfortable Gesamtübersicht der generierten Rechercheergebnisse.

„Gemeinsam eins – zusammen stärker!“, so lautet das Credo beider Unternehmen. Denn war bis dato die Anfrage verschiedener Diensteanbieter für die Leitungsrecherche notwendig, wird künftig mit nur einer Bauanfrage über das BIL-/ALIZ-Portal ein umfassendes Rechercheergebnis ermittelt. Neben der hieraus resultierenden gesteigerten Versorgungssicherheit führt die Vereinfachung des Anfrageprozesses zu einer spürbaren Effizienzsteigerung in der Bau- und Versorgungsbranche.

 

Stimmen zur Kooperation

„Wir freuen uns, den nach unseren Marktanalysen bestmöglichen Partner zur Erzielung einer hohen Anfragequalität und weitestgehend vollständiger Rechercheergebnisse gefunden zu haben. Mit der Etablierung eines zentralen Anfragepunktes in Deutschland setzen wir ein längst fälliges Signal in puncto Sicherheit für Tiefbaumaßnahmen.“
Jens Focke, Vorstand BIL eG

„Die Betreiber werden davon profitieren, dass Doppelanfragen aus verschiedenen Quellen vermieden werden und der Zugang von standardisierten Bauanfragen über schon vorhandene Schnittstellen in die nachgelagerten Systeme erfolgt.“
Dr. Thomas Beisch, Technischer Leiter ALIZ GmbH Co. KG

„Mit diesem Kooperationsmodell bieten wir der Bauwirtschaft ein entscheidendes Werkzeug zur Beschleunigung des Bauanfrageprozesses und damit auch zur Vermeidung von Leitungsschäden durch Tiefbaumaßnahmen. Das Modell generiert Nutzen und Vereinfachung sowohl für den Betreiber als auch für den Anfragenden.“
Dr. Eugen Dempfle, Geschäftsführer ALIZ GmbH & Co. KG

„Die Formulierung von unstrukturierten E-Mails an beliebige Verteiler kann damit der Vergangenheit angehören.“
Ingo Reiniger, Technischer Leiter der BIL eG

 

Unterzeichnung des Kooperationsvertrags zwischen BIL und ALIZ. V.l.n.r.: Ingo Reiniger (BIL), RA Markus Heinrich (Wolter Hoppenberg), Dr. Eva Benz (BIL), Antje Bommhardt (ALIZ), Dr. Eugen Dempfle (ALIZ), Dr. Thomas Beisch (ALIZ), Jens Focke (BIL)

 

Download der Presseinformation (pdf)

 

Über BIL eG

BIL steht für Bundesweites Informationssystem zur Leitungsrecherche. Als genossenschaftliche Initiative von Leitungsbetreibern in Deutschland, stellt BIL seit Online-Start im Februar 2016 erstmals in Deutschland ein für Nutzer kostenfreies Online-Bauanfrageportal in einem durchgängigen digitalen Prozess bereit. BIL verfolgt keine kommerziellen Interessen und steht Leitungsbetreibern aller Sparten offen. Ziel von BIL ist die Steigerung der Sicherheit von Leitungsnetzen durch die Etablierung eines „Single-Point-of-Entry“ für die Bauanfrage in Deutschland. Bis jetzt sind kumuliert gut 200.000 Bauanfragen von über 17.000 Nutzern über das Portal erfolgreich abgewickelt worden. Derzeit sind über 75 Unternehmen über das BIL-Anfrageportal organisiert.

www.bil-leitungsauskunft.de

 

Über ALIZ GmbH & Co. KG

Seit mehr als 20 Jahren ist ALIZ als Pionier der zentralisierten Leitungserkundung am Markt erfolgreich tätig. Der regionale Aufbau der ALIZ-Datenbank wurde durch Landesregierungen, Kommunale Spitzenverbände sowie Bauverbände gefördert und begleitet. In enger Zusammenarbeit mit Kommunen und Leitungsbetreibern hat ALIZ eine Schutzfl ächendatenbank mit über 12.000 Versorgern aufgebaut und hält diese fortwährend aktuell. Allein in 2018 identifizierte ALIZ im Zuge der Portalanfragen über 375.000 betroffene Leitungen und leistet damit einen großen Beitrag zur Prävention von Bau- und Umweltschäden an erdverlegten Leitungen und Kabeln.

www.aliz.de

Genossenschaften: Eine Erfolgsgeschichte  

Ausgezeichnet!

In einer repräsentativen Studie hat das F.A.Z. Institut gemeinsam mit ISM International School of Management 4.358 Genossenschaften in Deutschland geprüft und bewertet. Die BIL eG belegt im Branchenranking Bau hierbei den zweiten Platz. Wir freuen uns über diese Auszeichnung.

Die Erfolgsgeschichte der deutschen Genossenschaften ist untrennbar mit den Namen Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch verbunden. Beide gründeten Mitte des 19. Jahrhunderts Hilfsvereine zur Unterstützung der im Zuge der Industriellen Revolution in Not geratenen ländlichen Bevölkerung. Heute schließen sich Menschen und Unternehmen in Genossenschaften zusammen, um gemeinsame Ziele besser zu erreichen, ohne dabei die eigene Selbständigkeit aufgeben zu müssen.

Genossenschaften gelten aufgrund ihrer Struktur als besonders insolvenzsicher und stabil. Derzeit sind in Deutschland über 8.000 Genossenschaften registriert, die um die 20 Millionen Mitglieder haben und mehr als 800.000 Mitarbeiter beschäftigen. Damit sind Genossenschaften nicht nur eine treibende Kraft für Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland. Vielmehr kommt auch nahezu jeder Bundesbürger immer wieder mit Genossenschaften in Berührung. Doch wie gut sind die Genossenschaften aufgestellt – wirtschaftlich und aus Sicht der Bevölkerung? Welche Genossenschaften werden besonders positiv wahrgenommen? Diese Fragen beantwortet eine Studie des F.A.Z.-Instituts und kürt „Deutschlands beste Genossenschaften“, u.a. die BIL eG in der Branche Bau.

BIL-Day 2018 – Leitungsauskunft als Wirtschaftsfaktor

Am Dienstag, dem 19. Juni 2018, fand im Kölner Mediapark der erste BIL-Day statt. Rund 120 Teilnehmer aus der Versorgungs- und Bauwirtschaft sowie von Verbänden und sonstigen Organisationen verfolgten die Fachvorträge im Plenum und fanden zudem einen regen Austausch mit den insgesamt 15 Ausstellern, die sich im Rahmen des BIL Days dem Publikum präsentierten.
In der am Nachmittag parallel zum Hauptprogramm durchgeführten BIL Genossenschaftsversammlung wurde Herr RA Markus Heinrich von der Anwaltskanzlei Wolter Hoppenberg aus Hamm zum zweiten BIL-Vorstand bestellt. Darüber hinaus wurde der Aufsichtsrat neu gewählt, der in seiner anschließenden konstituierenden Sitzung Herrn Andreas Haskamp von der BP Europe SE zum neuen Vorsitzenden wählte. Der bisherige Vorsitzende Claus Meyer von der Open Grid Europe GmbH wurde nach drei Jahren turnusmäßig verabschiedet und wechselt nun als Vertreter seines Unternehmens in den Aufsichtsrat. Der bisherige zweite Vorstand, Marius Drysch schied ebenfalls nach dreijähriger Amtszeit planmäßig aus.


Neuer Vorstand und neuer Vorsitz des Aufsichtsrates der BIL eG. Von links nach rechts: Markus Heinrich (ehrenamtlicher Vorstand der BIL eG), Jens Focke (Hauptamtlicher Vorstand der BIL eG), Andreas Haskamp (Vorsitzender des Aufsichtsrates der BIL eG)

Das Thema Leitungsauskunft galt in Deutschland lange Zeit als unbequem und für alle beteiligten Parteien als lästige Pflichtaufgabe. Die Strukturen waren eingefahren und verfestigt und nur wenig Aufmerksamkeit wurde sowohl in der Bauwirtschaft wie auch bei Leitungsbetreibern den gewohnten Prozessen gewidmet. Dass dieser Trend so nicht weitergeführt werden konnte, wurde am 15. Juni 2015 durch insgesamt 17 führende Netzbetreiber der Gas-, Öl- und Chemieindustrie mit Unterstützung führender Fachverbände aus der Versorgungswirtschaft und der Bauindustrie mit der Gründung der BIL eG deutlich gemacht. BIL, das erste bundesweite Informationssystem zur Leitungsrecherche, hat nun inzwischen seit seinem Online-Start am 29.02.2016 weit über 110.000 Leitungsanfragen erfolgreich bearbeitet und ist damit schon in kürzester Zeit zu Deutschlands wichtigstem Instrument zur Einholung von Leitungsauskünften geworden. 60 Partnerunternehmen unterstützen heute BIL, die in allen 16 Bundesländern Leitungen unterhalten und betreiben. Doch nicht nur die hohen Anfragezahlen, sondern auch inhaltlich beflügelt BIL die hinter dem Thema Leitungsauskunft stehenden Metathemen. So ist etwa seit einigen Jahren die Diskussion um die Sicherheit der Leitungsnetze und deren Schutz vor Funktionsausfall in vollem Gange. Diese Diskussion wird begleitet von einer neuen Interpretation der Rechtsauffassungen zum Thema Leitungsauskunft sowohl im gültigen Regelwerk wie auch auf gesetzgeberischer Ebene.

Prof. Dr. Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Verbandes des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) teilte in seiner Eröffnungs-Key-note dann auch mit, dass nach Auffassung des DVGW nur ein zentrales deutschlandweites Metasystem zur Leitungsauskunft in der Lage sei, nachhaltig zur Verbesserung der Leitungs- und Infrastruktursicherheit dauerhaft beitragen zu können.

Prof. Linke stellte insbesondere die Aufgabe zur Erhöhung der Sicherheit in einen solidarischen Gesamtkontext aller Leitungs- und Netzbetreiber sowie der relevanten Marktteilnehmer und rief damit zu deren Kooperation auf.


Prof. Dr. Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender des DVGW e.V. machte in seinem Eröffnungsvortrag auf dem BIL-Day 2018 deutlich, dass nach Auffassung des DVGW nur ein zentrales deutschlandweites Metasystem zur Leitungsauskunft in der Lage sei, nachhaltig zur Verbesserung der Leitungs- und Infrastruktursicherheit dauerhaft beitragen zu können.

Da die genossenschaftliche Organisationsform der BIL eG den idealen Rahmen für die Bündelung der Kräfte und die Gleichberechtigung aller Marktteilnehmer ohne eigenes Gewinnstreben bildet, rief auch der Vorstand der BIL eG, Dipl.-Ing. Jens Focke, die Teilnehmer in seinem Einführungsvortrag zum Mitmachen und zur Kooperation auf. „Bei BIL kann jeder mitmachen und sich einbringen. Alle sind gleich unter Gleichen und niemand muss fürchten, dass seine Interessen von anderen missachtet oder ignoriert werden. BIL soll das Instrument des single point of entry für die Leitungsauskunft in Deutschland sein“, sagt Jens Focke in seinem Vortrag.

Auch die Bauwirtschaft begrüßt nach Auskunft von Dipl.-Ing. Heike Böhmer, geschäftsführende Direktorin des Institutes für Bauforschung (IFB), den BIL-Ansatz zu einer Bündelung und Vereinigung auf ein Portal zur Leitungsauskunft in Deutschland. Frau Böhmer präsentierte die Ergebnisse der Studien des Institutes für Bauforschung zu dem Thema „Leitungsschäden“ aus jüngerer Vergangenheit und machte hier vor allem auch die hohe Zahl der notwendigen Einzelanfragen bei Leitungsbetreibern mit für den starken Anstieg der Leitungsbeschädigungen verantwortlich. Durchschnittlich müssen Bauunternehmen nach Ergebnissen des IFB bei mindestens drei bis sechs Betreibern nach Leitungen anfragen und erhalten oft verspätet oder gar keine ausreichenden Informationen. Dies machte die jüngste Studie des Hauses von vor wenigen Jahren sichtbar. Oftmals fehle es einfach sogar nur an einfachen Informationen dazu, wer definitiv im Anfragegebiet keine Leitungen betreibt und auf wessen Antwort man daher auf keinen Fall mehr warten müsse, so Böhmer. Dies schaffe Verwirrung und Unsicherheiten und lässt manchen Bauunternehmer schlichtweg fast verzweifeln, da er die berühmte Nadel im Heuhaufen oftmals sucht, erklärte Böhmer weiter.

„Wenn wir in Deutschland den Erneuerungsprozess der Infrastruktur und die nachhaltige Erweiterung des privaten Wohnungs- und Hausbaues vorantreiben wollen, dann brauchen wir für diese Dinge wie die Leitungsauskunft einfache und schnelle Instrumente, die dazu geeignet sind, mit modernen Methoden, vollständig digital die gewünschten Informationen schnell und zuverlässig und vor allem auch rechtlich gesichert zu liefern“, so jedenfalls formuliert Heike Böhmer die Aufgaben der Zukunft aus Sicht der Bauwirtschaft heraus.

BIL bietet neben der mittlerweile wichtigsten Online-Plattform für Einholung von Leitungsauskünften in Deutschland, eine vorgeschaltete Online Zuständigkeitsprüfung der bei BIL direkt organisierten Betreiber. Diese Positivliste ist für den Anfragenden auch deshalb wichtig, weil ihm die als zuständig identifizierten Betreiber in jedem Fall über BIL umgehend antworten werden.

Selbst zum Gelingen der Energiewende leistet die Leitungsauskunft aktiv schon heute einen erheblichen Beitrag, in dem sie hilft, den Aus- und Umbau der Netze abzusichern und zudem für die neuen Netze und Netzteile die Zukunftssicherheit zu gewährleisten.

Der Fachbeitrag der Firma Amprion auf dem BIL-Day in Köln zeigte auf, wie etwa die Leitungsauskunft über BIL die Trassenplanung für den Übertragungsnetzausbau hilft zu beschleunigen. Dipl.-Ing. M.Sc. Lars Henter, Mitarbeiter im Assetmanagement des Dortmunder Unternehmens und dort verantwortlich für elektromagnetische Verträglichkeit bzw. Beeinflussungsfragen, zeigte auf, wie mit der BIL Leitungsauskunft die erforderliche Spannfeldanalyse, also die Identifikation der potentiell durch Hoch- und Höchstspannungsleitungen beeinflussten Fremdleitungsbetreiber, deutlich schneller durchgeführt werden kann und damit den Ausbauplanungsprozess unterstützt.

Am Rande des BIL-Days wurde zudem bekannt, dass Amprion ab sofort als nunmehr 60igstes Mitglied zu BIL gestoßen ist.

Im anschließenden Vortrag wies Herr Vogel, Leiter Ressort Netz der GASCADE Gastransport GmbH aus Kassel auf die unbedingte Notwendigkeit digitaler Prozesse bei Planung, Bau und Betrieb von Gastransportleitungen hin. „Ohne Unterstützung von automatisierten Prozessen sind wir nicht mehr in der Lage, kurzfristig Leitungsauskünfte zu erteilen“ betont Herr Vogel die Notwendigkeit des BIL-Portals aus Sicht der Gründungsmitglieder stellvertretend für die deutschen Pipelinebetreiber.

Auch die Digitalisierung der Bauwirtschaft und der Versorgerwelt braucht verlässliche, durchgehend digitale Arbeitsprozesse und damit Datenschnittstellen, die eine effiziente Einbeziehung der Daten von der Planung bis zur Umsetzung gewährleistet. Hier sind beide Bereiche, sowohl die Bauwirtschaft wie auch die Versorgerbranche gefordert, aufeinander zu zugehen, indem der eine Partner die Bedürfnisse des anderen besser kennenlernt und versteht, um diese Erkenntnisse in die Bereitstellung technologischer Lösungen mit einzubeziehen. In Zeiten der stark zugenommenen Bauaktivitäten sind Leitungsbetreiber auf effektive Prozessabläufe angewiesen, die auch den anfragenden und planenden Parteien eine Beschleunigung der Recherche und des Antworterhalts ermöglichen und damit zur Beschleunigung von Bauvorhaben beitragen. Prof. Dr. Markus Stöckner, Leiter des Steinbeis Transfer Institutes an der Hochschule Karlsruhe zeigte in seinem Vortrag zum Thema Anforderungen an die Datenqualität im BIM Prozess auf, wie Daten aus unterschiedlichen Quellen für den Building-Information-Modeling-Prozess bereitzustellen sind, um eine vollständige Digitalisierung der Baustelle und des Bauprozesses zu ermöglichen. Hier erlangen nach Auffassung von Prof. Stöcker, der aus dem Straßenbau stammt, vor allem auch dreidimensionale Daten der im Untergrund befindlichen Leitungsinfrastruktur eine große Bedeutung.

Insgesamt zeigten sich die Teilnehmer des ersten BIL- Days am Ende der Veranstaltung beeindruckt von der Themenvielfalt und der hohen fachlichen Qualität der Vorträge.

Bundesweites Informationssystem zur Leitungsrecherche gegründet

Branchenübergreifende Initiative gibt Auskunft zum Verlauf von unterirdischen Rohrfernleitungen, um Tiefbauarbeiten sicherer zu machen. – Ausweitung auf weitere Sparten angestrebt.

Bonn, den 15.06.2015 – Mit dem Anspruch, künftig Rohrfernleitungen bei Tiefbauarbeiten besser zu schützen und einen transparenten und einen einheitlichen Service in der Leitungsauskunft anzubieten, wurde heute die BIL eG als Initiative von deutschen Leitungsnetzbetreibern aus den Bereichen Chemie, Gas und Öl gegründet. BIL steht für bundesweites Informationssystem zur Leitungsrecherche und hat zum Ziel, erstmals in Deutschland eine umfassende branchenübergreifende und vor allem für Nutzer kostenfreie Online-Leitungsauskunft bereitzustellen. Unterstützt wird die Initiative von den führenden Branchenfachverbänden wie DGMK, DVGW, MWV, VCI, und ZDB. Zum Vorstand wurde Dipl.-Ing. Jens Focke bestellt. Sitz der eingetragenen Genossenschaft ist Bonn.

„Im Umfeld von Tiefbaumaßnahmen kommt es leider immer noch vor, dass ein Bagger eine Leitung oder ein Rohr trifft“, berichtet Jens Focke auf der Gründungsversammlung. „Die dadurch verursachten Schäden können teils von erheblicher Auswirkung sein“, erläutert Focke weiter.

Zwar ist die Bauindustrie grundsätzlich verpflichtet, sich bei Baumaßnahmen vollumfänglich über die unterirdische Infrastruktur zu informieren, doch fehlt dazu bislang ein unabhängiges bundesweites Informationsportal, von dem derartige Leitungsauskünfte schnell, sicher und vor allem verbindlich zu beziehen wären. Diese Lücke schließt nun demnächst BIL. Das Portal für Leitungsauskunft will der Bauindustrie künftig Informationen über die im Boden verlegten Rohre, Kabel und Leitungen per Webzugriff verfügbar machen. So können Schäden an der unterirdischen Infrastruktur sowie Unfälle noch besser präventiv vermieden werden. Der Start des Auskunftsportals ist für Anfang 2016 geplant.

„BIL hat ganz klar unsere Leitungsinfrastruktur im Blick. Unser kostenfreies one-call Portal hilft uns allen. Diejenigen, die Baumaßnahmen durchführen und deswegen wissen sollten, wo Leitungen liegen, und uns als Leitungsbetreiber, die wir unsere wertvolle und sichere Infrastruktur vor unnötigen Eingriffen bewahren wollen. Mit diesem Service aus einer Hand bieten wir somit einen sinnvollen volkswirtschaftlichen Gesamtnutzen“, betont Claus Meyer von der Open Grid Europe GmbH, der zum BIL-Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt wurde.

Im nächsten Schritt soll das Auskunftsportal um Branchen wie Strom und Telekommunikation erweitert werden. Ziel ist es, möglichst alle Infrastrukturbetreiber in BIL zu organisieren, um eine umfassende und verbindliche Leitungsauskunft in Deutschland zu ermöglichen.

 

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Zusammen stark. Über 70 BIL-Teilnehmer an Bord.

Mit den Übertragungsnetzbetreibern Amprion und Transnet BW konnten 2018 zwei weitere große und namhafte BIL-Mitglieder gewonnen werden. Beide Unternehmen bestätigen mit ihrer Teilnahme am BIL-Prozess den hohen betriebswirtschaftlichen Nutzen des Portals sowie den energiepolitischen Anspruch für einen sicheren Trassenbetrieb und den beschleunigten Netzausbau.

Auch in der Wasserbranche verzeichnet BIL einen prominenten Zuwachs. Der Zweckverband Landeswasserversorgung aus Stuttgart ist seit 2018 neues BIL-Mitglied. Als einer der größten Fernwasserversorger Deutschlands beliefert das Unternehmen rund 250 Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg und Bayern mit Trinkwasser.

Zudem konnte BIL mit der CPC Germania als weiteren Vertreter der Erneuerbaren Energien im Dezember das 70. BIL-Mitglied begrüßen. Der mittelständische Grünstromproduzent bringt 33 Windparks mit über 150 Windenergieanlagen in das BIL-Portal ein.

Mit den Speichergesellschaften der VNG-Gruppe und Uniper konnte BIL auch in diesem Marktbereich seinen Zuspruch ausbauen.

Die ursprüngliche Zielsetzung von BIL, sich als bundesweite und branchenübergreifende Lösung für die Leitungsrecherche zu etablieren wird damit auch im dritten Betriebsjahr eindrucksvoll bestätigt. Ausgehend von den Gründungsmitgliedern aus der Öl-, Gas- und Chemieindustrie wächst das Netzwerk weiter in den Bereichen Stromwirtschaft, Erneuerbare Energien sowie auch Kabel- und Glasfasernetze. Die breite Nachfrage aus den verschiedenen Branchen unterstreicht dabei die Notwendigkeit einer zentralen Leitungsrecherche für den sicheren Leitungs- und Baustellenbetrieb.

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